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Kalkulation 8 Min Lesezeit

Stundenverrechnungssatz im Handwerk richtig berechnen

Viele Betriebe rechnen sich arm. So ermittelst du den Stundensatz, der deine Kosten deckt und Gewinn bringt — mit Formel und Beispiel.

Zu viele Handwerksbetriebe rechnen sich systematisch arm. Sie setzen einen Stundensatz an, der sich „marktüblich" anfühlt — und merken erst am Jahresende, dass unterm Strich zu wenig hängen bleibt. Der Grund ist fast immer derselbe: Der Satz deckt nicht die echten Kosten. So machst du es richtig.

Warum der gefühlte Stundenlohn nicht reicht

Wenn du 25 Euro Stundenlohn zahlst und 45 Euro abrechnest, klingt das nach 20 Euro Plus pro Stunde. Ist es aber nicht. In den 45 Euro müssen Lohnnebenkosten, Miete, Fahrzeuge, Werkzeug, Versicherung, Büro, Software und dein Gewinn stecken — und all das verteilt auf die Stunden, die du wirklich abrechnen kannst. Rechnet man das sauber, liegt der nötige Satz fast immer deutlich höher.

Die Formel

Stundensatz = ((Personalkosten + Gemeinkosten) ÷ produktive Stunden) × (1 + Gewinnzuschlag)

Drei Bausteine entscheiden über das Ergebnis:

1. Personalkosten

Nicht nur der Bruttolohn, sondern die Vollkosten: Sozialabgaben des Arbeitgebers, Lohnfortzahlung im Urlaub und bei Krankheit, Weihnachts- und Urlaubsgeld. Faustregel: Rechne auf den Bruttolohn rund 25 bis 30 Prozent Nebenkosten drauf.

2. Produktive Stunden

Das ist der Hebel, den die meisten unterschätzen. Ein Mitarbeiter ist grob 2.000 Stunden im Jahr bezahlt — aber davon gehen ab: Urlaub, Feiertage, Krankheit, Fortbildung, Fahrten zur Baustelle, Lager- und Rüstzeiten, Angebote schreiben. Was übrig bleibt und wirklich abrechenbar ist, sind meist nur 1.400 bis 1.600 Stunden. Rechnest du mit 2.000, kalkulierst du automatisch zu niedrig.

3. Gemeinkosten und Gewinn

Gemeinkosten sind alle Betriebskosten, die keinem einzelnen Auftrag zuzuordnen sind — Miete, Fahrzeuge, Versicherungen, Verwaltung, Marketing. Sie werden anteilig auf die produktiven Stunden umgelegt. Der Gewinnzuschlag (üblich 8 bis 15 Prozent) ist keine Gier, sondern deine Rücklage für Investitionen und schlechte Jahre.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir einen produktiven Gesellen:

  • Personalkosten inkl. Nebenkosten: 52.000 € / Jahr
  • Anteilige Gemeinkosten: 28.000 € / Jahr
  • Produktive Stunden: 1.500
  • Gewinnzuschlag: 12 %

(52.000 € + 28.000 €) ÷ 1.500 h = 53,33 € Selbstkosten/Stunde
53,33 € × 1,12 = rund 60 € Netto-Stundenverrechnungssatz

Wer hier aus dem Bauch 45 Euro nimmt, verschenkt pro Stunde 15 Euro — bei 1.500 Stunden sind das über 22.000 Euro im Jahr, die dem Betrieb fehlen.

Die häufigsten Fehler

  • Nur den Lohn ansetzen, Lohnnebenkosten vergessen.
  • Mit zu vielen produktiven Stunden rechnen (2.000 statt realistischer 1.500).
  • Gemeinkosten grob raten statt aus der BWA ziehen.
  • Keinen Gewinnzuschlag einplanen — „läuft schon irgendwie".
  • Den Satz jahrelang nicht anpassen, obwohl Löhne und Material gestiegen sind.

Rechne deinen echten Satz einmal sauber durch — mit deinen Zahlen geht das im Rechner unten in zwei Minuten.

Quellen & Rechtsstand

Stand: Juli 2026. Alle Angaben ohne Gewähr — dieser Rechner ersetzt keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung.

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Häufige Fragen

Das lässt sich nicht pauschal sagen — er hängt von deinen Personalkosten, Gemeinkosten und produktiven Stunden ab. Realistisch liegen viele Handwerksbetriebe netto zwischen 55 und 85 Euro pro Stunde. Wichtiger als der Vergleich mit anderen ist, dass dein Satz deine echten Kosten deckt.

Das sind nur die Stunden, die du tatsächlich einem Kunden in Rechnung stellen kannst. Urlaub, Feiertage, Krankheit, Fortbildung, Fahrten, Lagerarbeit und Angebotserstellung zählen nicht dazu. Von rund 2.000 bezahlten Jahresstunden bleiben meist nur 1.400 bis 1.600 produktive übrig.

Weil sie nur den Stundenlohn ansetzen und Gemeinkosten, unproduktive Zeiten und Gewinnzuschlag vergessen. Wer 25 Euro Lohn zahlt und 45 Euro abrechnet, deckt oft nicht einmal die Fixkosten. Der echte Selbstkostensatz liegt fast immer deutlich höher als gedacht.

Ja. Gewinn ist keine Zugabe, sondern die Rücklage für Investitionen, schlechte Jahre und deinen unternehmerischen Einsatz. Üblich sind 8 bis 15 Prozent Zuschlag auf die Selbstkosten. Ohne diesen Puffer arbeitest du am Limit ohne Reserve.

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